Ausstellung: JOACHIM GROMMEK

 

Toshiya Kobayashi | Ken'ichiro Taniguchi

Eröffnung:
15. September 2006, 19-21 Uhr

Einladung zur Vernissage

Arbeiten von Joachim Grommek

 
Joachim Grommek, 1957 in Wolfsburg geboren, hat ein Genre und Medien übergreifendes Werk entwickelt, das sich nicht ohne das Verhältnis zur Moderne, dem Spiel mit den Referenzen, auch im semiotischen Sinn, sowie der Forschung in benachbarten Medien, denken lässt.
Für seine Arbeiten – seien es Bilder oder Objekte - benutzt Grommek handelsübliche Spanplatten, grundiert diese weiß, und nutzt nun ein Repertoire verblüffender Trompe-l'œil-Effekte: Mit der perfekten Illusion der Oberfläche von Spanplatte und von verschiedenfarbigen Klebebändern stellt er Kompositionen her, die einst "ungegenständlich" genannt wurden. Die Werke, auf die er Bezug nimmt, sind meist Arbeiten, die durch ihre Rezeption und massenhafte Reproduktion zum medialen Zeichen geworden sind (z.B. Mondrian, Malewitsch, Warhol, Judd, Ryman etc.)

In den vergangenen zwei Jahren entstanden seine 50 x 50 cm großen Arbeiten, alle «ohne Titel», mit Lack, Acryl und Öl auf Spanplatte gemalt. Jeweils am oberen Rand scheint der Träger etwa vier bis fünf Zentimeter weit unbearbeitet zu sein und wird so als Teil des Bildes gelesen.
Auch hier bildet er auf den weiß grundierten Platten die charakteristische Materialität des spröden Werkstoffs Pressspan verblüffend realistisch nach. Malerisch wiederholt er also das, was Farbe in gleichem Zuge verdeckt.
Die Felder sind zudem von farbigen, schmalen Streifen abgeteilt, die bis hin zu unregelmässigen Abrisskanten täuschend echt nach handgeklebtem Klebeband aussehen. Doch auch diese Elemente sind rein malerisch erzielte Illusion. Obwohl es sich hier um Darstellungen handelt, zwingt Grommek den Betrachter die Materialität der Arbeit, auch der nicht sichtbaren, zu imaginieren.

Grommek selbst beschreibt seine Strategie mit folgenden Worten: "Alle Kunst ist auch Fälschung, ihre gefälschten Emotionen, gefälschten Objekte entstehen aus Sehnsucht, sie will das wirkliche Leben sein, aber das kann nie sein".

   
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