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Eröffnung: |
Der 1936 in Köln geborene und heute in Aachen lebende Künstler Joachim Bandau absolvierte sein Studium an der staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Er beginnt seine künstlerische Laufbahn in einer Zeit des Aufbruches. Gesellschaftliche und politische Tendenzen der 60er und 70er Jahre haben Einfluss auf seine Arbeiten. 1975 wird der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung Bunker Achéologie von Paul Virilio für Joachim Bandau zum Auslöser, sich mit dem Thema Bunker zu beschäftigen. Einerseits verarbeitet er damit Kriegserinnerungen aus der Kindheit, andererseits faszinieren ihn die formalen Qualitäten von Bunkerarchitektur. In den Umbruchsjahren der persönlichen und künstlerischen Krise von 1976-78 beginnt Bandaus Auseinandersetzung mit dem Bunker zunächst ausschließlich zeichnerisch. Seine Bunkerzeichnungen wecken Assoziationen von Gefangenschaft, Enge und Dunkelheit und demonstrieren gegen Machtformeln, welche die menschliche und auch künstlerische Entfaltung verhindern. Der Bunker wird in den folgenden Jahren in Bandaus skulpturalem Schaffen einen zentralen Stellenwert erlangen: inhaltlich als Metapher für die Ambivalenz von Schutz und Bedrohung und formal in der Untersuchung des plastischen Verhältnisses von Positiv und Negativ, Innen und Außen, Hülle und Kern. Joachim Bandau benutzt reduzierte Formen, er legt Bleifolien über Holzkerne, später verwendet er auch Grauguss und geschnittene Stahlbleche. Das Thema Hülle und Kern, das in den Bunkerarbeiten bereits angelegt ist, arbeitet Bandau aus, es entstehen Verklammerungen, bei denen eine Form in die andere greift. Wenngleich Bandau den Bunker im Titel seiner späteren Skulpturen zugunsten eines offenen Assoziationsfelds zurücknimmt, ist der Bunker bis heute das Modell der für seine Arbeiten spezifischen Dialektik und Ambivalenz: eine radikal reduzierte und gleichzeitig inhaltlich aufgeladene Form. Mit denen in der Ausstellung gezeigten Bonsai-Skulpturen entfernt er sich von diesen Ursprüngen insofern, dass er sich durch die Platzierung in Augenhöhe oder über den Köpfen von den erdlastigen Bunkern distanziert. Seit 1983 entstehen die Schwarz-Aquarelle. Dies sind keine Vorzeichnungen
für später auszuführende Skulpturen, wie man z.B. die Bunkerzeichnungen
sehen könnte. Trotzdem sind es Zeichnungen, die aus dem Verständnis
Bandaus als Bildhauer resultieren. Mit extrabreiten japanischen Haarpinseln
fährt Bandau mit meditativ langsamen Strichen über die raue
Oberfläche des schweren Büttenpapiers. Bis zu 20 grau-schwarze
Tuscheschichten werden übereinander gesetzt. Das erfordert langsames
und äußerst konzentriertes Arbeiten. Die übereinander
gelegten Pigmente verdichten sich von Ebene zu Ebene bis zum tiefen Schwarz.
Je mehr Farbschleier übereinander liegen, umso schwieriger ist es
festzustellen, welcher darüber und welcher darunter liegt. Die Flächen
scheinen zu kippen, was den Aquarellen eine faszinierende Tiefe gibt.
Die Grundelemente aller Blätter sind Flächen. Linien entstehen
lediglich als Resultat eines aufgetragenen Farbfeldes – in Form
von Pigmentstau an den Rändern der Farbflächen. Wo die Flächen
aneinander stoßen, sich überlagern, auffächern und zu
Rhomben verschachteln, öffnen sich transparente Bildräume von
architektonischer Qualität: Wände, Räume, Gänge oder
Fenster aber auch Assoziationen zeit-räumlicher Abläufe werden
geweckt. |
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