| in case of leftovers

13. Januar - 19. Februar 2005
Vernissage
Arbeiten
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Der in Jerusalem graduierte, seit 1998 in Hamburg lebende israelische
Künstler Nir Alon arbeitet mittels seiner Installationen an der Fragwürdigkeit
der Einrichtung unserer Lebenswelt im direkten und übertragenen Sinne.
Schwerpunkt seiner Arbeiten ist das balanceartige Zusammenspiel von Objekten,
die den Eindruck dauerhafter und spannungsreicher Labilität ergeben.
Seine Skulpturen, die er aus vorgefundenen, alltäglichen Gegenständen
(Möbel, Koffer, Lampen, Glühbirnen, Kabel u.a.) anfertigt, werden
nie in der stabilen Umgebung seines eigenen Ateliers hergestellt, sondern
am Ausstellungsort raumbezogen selbst entwickelt. Er erreicht mit geringem
Materialeinsatz große Wirkung. Die von Alon verwendeten Objekte
besitzen mehrere Eigenschaften: Zum einen entstammen sie der industriellen
Serienproduktion billiger Waren und entziehen sich von vornherein elaborierten
ästhetischen Bezugs- und Anspruchssystemen. Die Gegenstände,
die von Menschen zumeist jahrelang benutzt wurden, erzählen Geschichten
des Alltags. Zum anderen handelt es sich um Objekte, die ihren eigenen
Funktionsbereich längst verlassen haben, unansehnlich wurden, Defekte
erlitten, vielleicht in Kellern oder auf Dachböden ausrangiert herumlagen,
oder als Müll auf der Straße abgestellt wurden. Die Möbelstücke
erinnern an das, was Nir Alons Kindheit prägte, wenn die Immigranten-Eltern
von zurückgelassenen Familienstücken erzählten. Zugleich
sieht er in den Möbeln einen Bezug zum menschlichen Körper.
Wenn der Stuhl Kopf steht, wenn der Sitz ein höchst wackeliger ist,
wenn eine Figur nicht aufrecht steht, sondern geknickt, dann können
Gefühle entstehen, die der Betrachter auch auf sich übertragen
mag.
In der Ausstellung werden Rauminstallationen und Zeichnungen des Künstlers
präsentiert. |