| 
8. Juni bis 18. Juli 2004
|
In der Diskussion, die sich in
den 60er Jahren aus dem Informel unter dem Eindruck von Pop-Art und Konzeptkunst
entwickelte, war der 1936 in Turin geborene Maler Giorgio Griffa einer
der führenden Köpfe der italienischen Kunstszene.
Griffas Bilder bestehen aus ungrundierter Leinenstoff, die ohne Rahmen
und nur mit Stiften an der Wand fixiert ist. Die meist horizontalen und
vertikalen Linien sind sparsam in leuchtende Farben gesetzt, die an manchen
Stellen Linienbündel entstehen lassen. Oftmals aber findet man einen
einsamen Farbzug, der neben ein paar Punkten mehr oder weniger konsequent
seine Bahn zieht.
Die Arbeiten von Griffa sind als Fragmente zu lesen, die den Raum der
Leinwand strukturieren. Die farbigen Linien und linear angeordneten Farbtupfer
erinnern aber auch an eine musikalische Interpretation, in der sich die
Töne nach und nach zu einer Melodie entfalten. Jedoch weder die Töne,
noch die Zeichen auf der Leinwand tragen ein Ende in sich. Keine seiner
Arbeiten scheint vollendet, da die malerischen Zeichen in einem fortlaufenden
Verweisungszusammenhang stehen.
Gerade bei den Arbeiten, die aus einzelnen Bildern zusammengesetzt sind,
zeigt sich dieses zeitliche Motiv am auffälligsten. Sie können
beliebig neu kombiniert werden und tragen damit ihre Differenz schon in
sich. Das Werk endet nur im Auge des Betrachters.
Schon 1970 zeigte Ileana Sonnabend Griffas Werk in ihren Galerien in
Paris und New York. Er war an den Avantgardeshows "Prospekt"
1969 und 1973 in Düsseldorf vertreten, wo er 1978 auch eine Einzelausstellung
in der dortigen Kunsthalle hatte. 1978 und 1980 nahm er an der Biennale
von Venedig teil. 1975 zeigte er seine Werke im Kunstraum München.
Giorgio Griffa lebt und arbeitet in Turin.
|