| ob Tag, ob Nacht...

22. April bis 6. Juni 2004
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Im Jahr 2003 wurde die 1953 in
Mannheim geborenen Künstlerin Madeleine Dietz mit dem Ernst Barlach
Preis in Hamburg ausgezeichnet. Neben ihrer Haupttätigkeit als Bildhauerin
umfasst ihr Arbeitsgebiet auch die Installation, Performance, Grafik und
Graphitfrottage.
In der Ausstellung ob Tag, ob Nacht... wird der Schwerpunkt auf Objekte
und Installationen aus Erde und Stahl gelegt.
Die Erde, seit je her ein alt bewährtes Baumaterial der Menschheit,
steht für das "Material" des Lebens und symbolisiert schöpferisches
Werden. Gleichzeitig kann die Erde auch zum Moment der Bedrohung werden,
den Verfall und Tod andeuten.
Es ist ein Kreislauf des Werdens und Vergehens, der Rückkehr des
Lebendigen in den Ursprung, der sich durch die Erde in den Werken der
Künstlerin dem Betrachter offenbart.
Dabei konzentriert sich Madeleine Dietz in ihren Arbeiten nicht nur auf
die Erde - das Werk ist meist erst in Verbindung mit dem Stahl vollkommen.
Dieser Dualismus der Materialien überträgt sich auf die inhaltliche
Bedeutung ihrer Werke, die sich mit der Spannung zwischen den Gegensätzen
menschlicher Existenz auseinandersetzen.
Assoziativ schwingt dabei vielerlei mit, was die Gestalt, den Aggregatzustand,
die Erscheinungsweise des Materials beeinflusst. Das Wasser erst macht
die Erde geschmeidig, formbar und fruchtbar, bevor sie wieder austrocknet,
Risse zieht und schließlich zu Erdschollen zerbricht.
Madeleine Dietz schichtet diese natürlich gebrochenen, ausgetrockneten
Erdschollen und setzt sie in Verbindung zu runden, eckigen, offenen und
geschlossenen Hohlformen aus Stahl, wodurch schließlich die Skulptur
entsteht.
Auch in ihrer 2003 entstandenen Licht- und Rauminstallation 9 FELDER OHNE
NAMEN, die in der Ausstellung gezeigt wird, bedeckt die Erde den ganzen
Fußboden eines Raumes. Hindurch scheinen neun in Licht gezeichnete
Quadrate - Licht, das aus dem Boden kommt als Zeichen von Göttlichem,
ohne das kein Wachstum möglich wäre. Hier wird Ruhe und Raum
für physisches und psychisches Erleben geschaffen, und eingeladen
in eine Entdeckungsreise zu uns selbst. |